Pilotprojekt "Mobile Warnanlage ab Gruppenführerqualifikation"

Die Feuerwehr Selfkant hat mit dem DVH-Bundesverband ein einjähriges Pilotprojekt gestartet

Aufgrund von Unfällen bzw. Beinaheunfällen von Einsatzkräften auf der Anfahrt zum Gerätehaus, wurde eine Freiwillige Feuerwehr im ländlichen Bereich gesucht, die für ein Jahr lang ein Pilotprojekt im Bereich „Sicherheit und neue Wege für Einsatzkräfte“ mitgestaltet und unterstützt.
 
Eine vollständige Beschreibung des Projektes und die Anforderungen an die Pilotfeuerwehr kann auf der Webseite des DVH-Bundesverband nachgelesen werden:
 
Kurzbeschreibung:
- Ausstattung der Privatfahrzeuge ab Gruppenführer mit einer mobilen Warnanlage (Kennleuchten/Martinshorn)
- Verkehrssicherungsausbildung für „Einsatzkräfte mit Fahraufgaben“ der Teilnehmer.
- Jeweils zwei Magnetschilder mit der Aufschrift „Feuerwehr Selfkant“
 
Warnlage der Firma SOSIAN 
Foto dient als Beispielbild für eine mobile Warnanlage !
 
 
Magnetschild "Feuerwehr Selfkant"
 
 
 
Hierfür wurde eine Ausnahmegenehmigung nach §70 StvZO erforderlich, diese wurde Anfang des Jahres vom Landes- und vom Gemeindefeuerwehrverband beantragt und ab dem 01.04.2019 für ein Jahr genehmigt. Alleine für die Löscheinheit Höngen-Saeffelen wurden somit 11 mobile Warnanlagen und jeweils 2 Magnetschilder ausgehändigt und zur Verfügung gestellt.
Daher möchten wir uns auch nochmal für die gute Zusammenarbeit, auch im Namen des DVH-Bundesverbandes, mit dem zuständigen Feuerwehrlandesverband, dem Landkreis, der Gemeinde und der Feuerwehr Selfkant bedanken.  Mit diesem Pilotprojekt soll aufgezeigt werden, wie man die Anfahrten zum Gerätehaus sicherer machen kann !
Der teilnehmenden Gemeinde bzw. Feuerwehr Selfkant werden keine Kosten entstehen, da diese grundsätzlich vom DVH getragen werden !
 
 

Wer darf mit Blaulicht fahren?

Zur Verwendung von Blaulicht an einem Fahrzeug schreibt § 38 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) folgendes vor

Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von     Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.

Damit ist es schon einmal ausgeschlossen, dass ein Blaulicht an einem Privatfahrzeug verwendet werden darf, da diese nicht von vornherein mit so einer Anlage ausgestattet sind und auch nicht an Einsätzen teilnehmen dürfen, bei denen andere Verkehrsteilnehmer gewarnt werden müssen.

 

Welche Institutionen ihre Fahrzeuge konkret mit einem Blaulicht ausstatten dürfen, erklärt § 52 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) genauer:

 

  • Polizei, Militärpolizei, Bundespolizei, Zolldienst etc.
  • Feuerwehr, Katastrophenschutz
  • Unfallhilfswagen öffentlicher Verkehrsbetriebe
  • Rettungsdienste

Wenn Sie nicht zu einer dieser Institutionen gehören, begehen Sie mit einem Blaulicht also einen Missbrauch.

 

§ 38 Absatz 1 der StVO definiert, in welchen Fällen ein Blaulicht zusammen mit einem Martinshorn genutzt werden darf. Dies ist nur der Fall, wenn Menschenleben, schwere Gesundheitsschäden oder große Sachschäden drohen beziehungsweise wenn die öffentliche Ordnung gefährdet ist. Auch flüchtige Personen dürfen mit Blaulicht und Einsatzhorn verfolgt werden.

 

Quelle:

DVH-Bundesverband